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18. Januar 2005 Gemeindeversammlung

DONNERSTAG, 20. JANUAR 2005 ZÜRCHER UNTERLÄNDER
RORBAS / Gemeindeversammlung beschliesst Wiederaufbau des Schützenhauses

Ein neues Dach für Schützen

In Rorbas wird an alter Stelle ein neues Schützenhaus gebaut. Eine grosse Mehrheit der
Stimmberechtigten hat sich an der Gemeindeversammlung für einen Wiederaufbau
ausgesprochen. Der Gemeinderat hätte gerne darauf verzichtet.
Andrea Sailer

Winterschiessen

Am Winterschiessen haben die Rorbaser Schützen mangels Alternativen im Freien
geschossen. (A/hz)

«Wir behandeln heute ein Geschäft, das mit vielen Emotionen verbunden ist», sagte Bruno
Keller, Gemeindepräsident von Rorbas, an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung
vom Dienstag. «Sicher ist nur eines», fuhr er fort, «wenn das Schützenhaus nicht gebrannt
hätte, sässen wir heute nicht hier.»
Das Schützenhaus brannte am 7. März 2004 aus bisher ungeklärten Gründen bis auf die
Grundmauern nieder. Der Gemeinderat entschied sich, auf den Wiederaufbau zu verzichten.
Das Geschäft musste demnach zwingend der Gemeindeversammlung vorgelegt werden.
Dieses stiess auf grosses Interesse seitens der Bevölkerung, vor allem der Schützen. 107
Stimmberechtigte (7,7 Prozent) kamen, um über Wiederaufbau oder Verzicht abzustimmen.
Auch waren rund ein Dutzend Gäste des Schützenvereins Rorbas im Steigwies-Saal.

Sanierung selbst bezahlen

Bauvorstand Hans Peter Burri erklärte, warum der Rat sich gegen den Wiederaufbau
entschieden hatte. «Wir gehen davon aus, dass das “Obligatorische” irgendwann abgeschafft
wird», so Burri. Damit würde für die Gemeinde die Pflicht entfallen, für die Schützen eine
Anlage zur Verfügung zu stellen. Weiter müssten laut dem eidgenössischen Schiessoffizier
gute Regionalanlagen gefördert werden, und Rorbas sei dazu nicht geeignet.
Die künftigen Investitionen beispielsweise für eine neue Zeigeranlage seien hoch, fuhr Burri
fort. Zudem müsste die Gemeinde die Sanierung der Anlage bei einer allfälligen Schliessung
selbst bezahlen. Dazu würde auch die umweltgerechte Entsorgung des Erdreiches gehören.
Falls die Versammlung auf einen Wiederaufbau verzichte, könne die Schliessung der Anlage
mit den Versicherungsleistungen bezahlt werden.

Neubau rasch realisieren

Doch alle Argumente des Gemeinderates schienen im Saal zu verhallen. Die Meinungen für
oder gegen einen Wiederaufbau waren schon im Vorfeld gemacht. Auch die
Rechnungsprüfungskommission stellte sich gegen den Antrag des Gemeinderates. Die
Schützen hatten viele Sympathisanten mobilisiert, die sich für den ältesten Verein im Dorf –
Gründung im Jahre 1845 – stark machten.
Gerade einmal 14 Stimmberechtigte folgtem dem Antrag des Gemeinderates, 84 sprachen
sich für einen Wiederaufbau des Schützenhauses aus.
Der Gemeinderat möchte nun den Wiederaufbau des Schützenhauses so schnell wie möglich
an die Hand nehmen. Ein genauer Zeitplan steht aber gemäss Gemeindeschreiberin Barbara
Roulet noch nicht. Doch Keller liess keinen Zweifel aufkommen, dass der Gemeinderat nun
den Willen des Souveräns rasch umsetzen werde.

 

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